Danke, AfD!

Die AFD hat sich gerade vorgenommen, ihre zukünftige Politik auf die Unsinnigkeit des Klimaschutzes zu konzentrieren, also auf den Kampf gegen den Versuch, die (sich bereits entwickelnde) Klimakatastrophe noch irgendwie zu begrenzen.

Das ein wertvoller Beitrag zur politischen Kultur.

Wer sich noch unklar darüber war, in welchem Ausmaß diese politische Strömung eine sinnvolle Erweiterung des bürgerlichen Parteien-Spektrums sein könnte, hat jetzt eine klare Orientierung.

Es ist die Partei des Irrationalismus und des grenzenlosen Egoismus.

Auf der rationalen Ebene ist das Leugnen des menschengemachten Klimawandels inzwischen eine völlig haltlose Extrem-Haltung, die geradezu im Wochentakt durch immer besser abgesicherte Erkenntnisse ad absurdum geführt wird.
Dagegen immun zu sein, setzt schon fast eine Neigung zu Verschwörungstheorien voraus; zumindest aber ein klares Bekenntnis gegen Wissenschaft und beobachtbare Fakten als Erkenntnisquellen.
Damit dürfte es halbwegs vernunftbegabten Menschen tatsächlich deutlich schwerer fallen, sich zu dieser Partei zu bekennen. Gleichzeitig könnte es einen Hinweis darauf geben, dass vielleicht auch andere Überzeugungen dieser Partei  nicht eine wackelige Grundlage haben, sondern vielleicht auch besorgniserregende Folgen in sich tragen könnten..

In Bezug auf den Egoismus bietet diese Programmatik keine neue, aber eine bestätigende Botschaft.
Während sich anfangs in der Euro-Bekämpfung die Haltung ausdrückte, dass man den deutschen Reichtum nicht mit anderen europäischen Ländern teilen wollte, wurde beim Migrations-Thema diese Haltung noch einmal verschärft: Wie können unsere Politiker nur unseren deutschen Wohlstand zugunsten von Asylanten oder Flüchtlingen nutzen?!
Die die Haltung zur Klimafrage verlagert jetzt diesen Egoismus auf die Generation-Ebene: Was haben wir heute mit den Katastrophen in 30 oder 50 Jahren zu tun?!
Auch mit dieser Haltung wird man all die Menschen abschrecken, die inzwischen ernsthaft mit dem Zustand der Welt beschäftigt sind, den wir unseren Kindern und Enkel überlassen.

Das alles wird nicht dazu führen, dass es keine AfD-Wähler mehr geben wird. Es wird aber dazu führen, dass sich die Dinge noch klarer konturieren. In der AfD werden sich immer eindeutiger die Menschen sammeln, die man tatsächlich mit logischen oder moralischen Argumenten kaum noch erreichen kann.

Diese Menschen gab und gibt es immer, leider. Aber vielleicht muss man dann nicht mehr der Idee unterliegen, fast die gesamte Politik der anderen Parteien immer wieder auf diese Zielgruppe auszurichten.
Vielleicht kann man dann endlich etwas mutiger voranschreiten mit dem großen „Rest“ der Bevölkerung, der bereit wäre, auch ambitionierte  Schritte in Richtung Nachhaltigkeit und Solidarität mitzugehen.
Vielleicht kann man dann endlich ein mutiges und positiv konnotiertes Leitbild entwickeln, für das sich eine gemeinsame Anstrengung lohnt. Von mir aus auch begründet mit wirtschaftlicher Vernunft (obwohl es nicht mein Hauptargument wäre).

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