Warum es die SPD nicht schafft

Das Problem der SPD ist, dass sie schon so etwas wie ihre eigene Koalition ist. Sie versucht – nach dem alten Schema der Volkspartei – verschiedene Themen und Strömungen in sich zu vereinen. Sie will den Kompromiss schaffen zwischen Ökonomie, Ökologie, sozialer Gerechtigkeit, nationalen Interessen und internationaler Solidarität, usw. Das berühmte „sowohl-als-auch“.

Das ist vom Prinzip her gar nicht dumm und hat eine Weile funktioniert.

Aber: Die Gesellschaft hat sich polarisiert! Die Klimabewussten wollen grüne Politik, die Umverteiler wollen die Linken, die Wirtschaftsnahen wählen FDP oder CDU. Und die Frustrierten, Unzufriedenen, Nationalisten, Nörgler und Dummen sind schon bei der AfD gelandet.
Die Leute wollen ihre Überzeugung „pur“ wählen.
Der Ausgleich der Interessen wird dann auf die Regierungsbildung, also auf Koalitionsverhandlungen verlagert.
Eine Partei, die den Ausgleich und den Kompromiss vorwegnimmt, ist wegen der eingebauten Konturlosigkeit nicht mehr attraktiv.

Das gilt vor allem, wenn diese Partei, die ja schon alles miteinander abgewogen und verbunden hat, dann selbst noch in eine Koalition eintreten muss – womöglich dann als Juniorpartner.
Das kann dann eigentlich nur noch schief gehen! Den eingebauten Kompromiss von allem mit allem dann noch in einer Koalition abgeschliffen zu bekommen – daraus ist nur noch schwer ein großes Versprechen an die Wähler zu machen.

Das ist irgendwie ungerecht. Aber schwer zu ändern!

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