„Jugendämter diskriminieren Hartz IV-Eltern“

So etwa könnte man die Äußerung eines Linken-Politikers zusammenfassen, die ich gestern in einer Nachrichtensendung aufgeschnappt habe.
Ich war total fassungslos! Wie tief kann man sinken, wenn man in ideologischen Scheuklappen lebt?!

Wenn man besessen ist von dem Gedanken, dass den wirtschaftlich Schwachen in unserer Gesellschaft immer und überall Unrecht angetan wird, kommt man offenbar irgendwann auf die Idee, dass auch die Eingriffe der Jugendämter in arme Familien nur ein Ausdruck einer gesellschaftlichen Stigmatisierung sein können. Nach dem Motto: Erst lässt man die Familien verarmen und dann nimmt man ihnen noch – ohne andere triftige Gründe – die Kinder weg und bestraft sie damit für ihre Armut!

Was für ein Weltbild! Ob dieser Mensch jemals ein Jugendamt von innen gesehen hat? Ob er eine leise Ahnung davon hat, was alles zusammen kommen muss, bevor ein Kind „rausgeholt“ wird? Was alles vorher probiert und durchlaufen werden muss? Dass wirtschaftliche Verhältnisse allein  explizit nie eine Begründung für die Inobhutnahme von Kindern sein dürfen?

Ja. In armen Familien gibt es echte Kindeswohlgefährdung. Mit höherer Wahrscheinlich als in anderen Gesellschaftsschichten. Das liegt schlichtweg daran, dass bestimmte Risiko-Faktoren für beide Bereiche gelten: für schlechte wirtschaftliche Verhältnisse und für Gefährdungen von Kindern.

Dass hat übrigens nichts damit zu tun, dass die betroffenen Menschen (Eltern) nun die persönliche Schuld für ihre Lage hätten. Oder dass die Gesellschaft nicht noch eine Menge zusätzlicher Anstrengungen unternehmen sollten, zu unterstützen und zu kompensieren. Das wäre richtig und notwendig!
Es geht schlichtweg darum, dass Kinder vor schädigenden Einflüssen geschützt werden müssen. Und das gilt auch, wenn diese Schädigungen von armen Eltern ausgehen. So einfach ist das!
Auf solche Gefährdungen wird ganz sicher nicht vorschnell oder diskriminierend reagiert, sondern in der Regel immer noch zu langsam und zurückhaltend.
Daran ändert auch ein dezidiert linkes Weltbild nicht! Mit einer solchen verqueren Argumentation schwächt man linke Politik eher.

 

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