Was passiert gerade in und mit unserem Land?

Man traut seinen Augen und Ohren nicht!

Auf einmal steht alles zur Disposition: Die mühsam gebildete Regierung, die gewohnt Parteien-Landschaft, die politische Stabilität in unserem vermeintlichen Muster-Land.
Welches Unheil ist über uns hereingebrochen?  Ein kriegerischer Akt mitten in Europa? Eine Seuche ohne Gegenmittel? Eine Naturkatastrophe ungeahnten Ausmaßes?

Nein!
Die CSU will ein gutes Wahlergebnis in Bayern. Und dafür pokert sie mit einem unglaublich hohen Einsatz und nimmt dabei Kollateralschäden in Kauf, die kaum abzuschätzen sind.

Wann ist zuletzt vergleichbar verantwortungslos mit unserem Gemeinwesen umgegangen worden? Ich kenne die Antwort nicht – obwohl ich nun inzwischen weit  über 40 Jahre einigermaßen bewusst die politische Entwicklung verfolge.

Ich bin der letzte, der behaupten würde, dass bzgl. des Asyl- und Flüchtlingsproblems keinen Handlungsbedarf gäbe. Ich würde sogar soweit gehen, dass auch manche Postionen der CSU mit einer gewissen Logik behaftet sind.
Aber es besteht in keinster Weise eine akute Not- oder Ausnahmesituation, die es rechtfertigen würde, mutwillig eine Regierungskrise, mögliche Neuwahlen mit unkalkulierbaren Ergebnissen und eine dramatische Schwächung der deutschen Rolle in Europa herbeizuführen  – oder auch nur damit so unverfroren zu drohen.

Wir müssen im Moment zuschauen, wie man mit Dingen spielt, um die uns viele Menschen in Europa und weltweit beneiden. Es werden leichtfertig Berechenbarkeit und Stabilität unseres Landes als Zocker-Einsatz benutzt.
Wir sollten uns merken, wer das tut.
Es sind jedenfalls nicht die oft zitierten linken oder grünen Spinner!

 

3 Antworten auf „Was passiert gerade in und mit unserem Land?“

  1. Nun auch mich macht all dies oft mehr als ratlos und gelinde gesagt besorgt. Aber die Entwicklung, die wir beobachten können betrifft nicht nur Deutschland. Um so wichtiger wäre es, dass Deutschland sich nicht in diesen Strudel hineinziehen ließe und ein Fels in der Brandung wäre, sozusagen. Dies wäre nur zu erreichen mit Sorgfalt, Vernunft und Respekt vor dem, was wir haben. Du hast mal gesagt, dass Trump, bei aller Abscheu, die man bei seinen Aktionen empfinden kann, vielleicht doch der Motor ist, alte verkrustete Strukturen aufzubrechen und positive Veränderungen zu bewirken. Wenn aber das Chaos, das Menschen wie er (auch die, die ihn wählen) dazu führt, dass diese Stimmung von den Herren mit den Kreuzen in den Amtszimmern und den nimmermüden Nörglern benutzt wird, um auch in zuvor stabil erscheinenden Systemen den Virus der Angst und Zwietracht zu sähen, dann gruselt es mich. Wenn die Menschen hier mich fragen, ob ich tatsächlich nach Deutschland zurück will, in dieses Land mit den ganzen Rechten, dann kann ich aber aus voller Überzeugung sagen: JA. Zuschauer zu sein entspricht nicht meinem Charakter und meiner Vorstellung von Verantwortlichkeit. Und ich kann nur hoffen, dass all die Menschen, die unsere bisherigen Werte für sich beanspruchen können, dies jetzt auch laut und aktiv tun. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir entscheiden können, ob wir unseren Enkelkindern später sagen, das haben wir nicht gewußt oder ob sie stolz auf uns sein können.

    1. Damit das mit Trump nicht falsch verstanden wird:
      Ich wollte nur die theoretische Möglichkeit ansprechen, dass aus einem mutwillig angerichteten Chaos auch mal etwas letztlich Kreatives entstehen könnte. Nach den Gesetzten des Zufalls.
      Damit ist keinerlei Rechtfertigung oder auch nur leises Verständnis für das Vorgehen von Trump verbunden. Im Gegenteil: Auch wenn irgendeine seiner Aktionen so etwas wie „Erfolg“ bringen sollte, würde das aus meiner Sicht eine Umbewertung seiner Person oder seines Politikstils niemals rechtfertigen.

  2. ja, so hatte ich es auch verstanden. Und ganz grundsätzlich stimmt es auch. Krise ist ein produktiver Zustand, wenn man es versteht, ihr den Beigeschmack der Katastrophe zu nehmen. Ich weiß nicht, wer das mal gesagt hat. Schlauer Satz. Wenn man es aber nicht mehr in der Hand hat die Katastrophe zu verhindern, also wenn es nicht bei der Krise bleibt, dann steht zu befürchten, dass diese Ausmaße annimmt, deren positiven Auswirkungen wir nicht mehr erleben werden.

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