„Verzerrte Welt“ von Andrew E. Kaufmann

Dieses Buch habe ich aufgrund einer persönlichen Empfehlung gelesen; von alleine wäre ich vermutlich nie darauf gestoßen. Ein Grund dafür ist, dass ich eher selten „Thriller“ lese – und genau diese Bezeichnung steht auf dem Cover.

Es geht um die Welt der forensischen Psychologie. Der Ich-Erzähler, als Psychologe angestellt in einer Spezial-Einrichtung für  kranke Straftäter, bekommt den Auftrag, einen als Serienkiller von jungen Mädchen verdächtigten Mann auf seine Schuldfähigkeit zu begutachten.

Es stellt sich heraus, dass diese beiden Hauptpersonen eine Gemeinsamkeit haben, nämlich einen schizophren-gewalttätigen Vater. Dies – und die offensichtlich fast grenzenlose Manipulationsfähigkeit des Angeklagten – führt zu immer extremeren Verwicklungen, in deren Verlauf die bisher geordnete „heile“ Welt des Psychologen völlig aus der Bahn gerät.

Die sehr genau beschriebene Entwicklung hin zu der Auflösung aller bis dahin als sicher geglaubten beruflichen und privaten Gewissheiten des Protagonisten machte mich beim Lesen sehr schnell ungeduldig und zunehmend ärgerlich. Es erschien einfach nicht plausibel und glaubhaft, dass dieser Verlauf tatsächlich so stattfinden könnte.

Nun ist besteht die Kunst des Rezensierens auch darin, den Clou einer Geschichte nicht vorweg zu nehmen. Das schränkt jetzt meine Möglichkeiten deutlich ein. Vielleicht istdie Anmerkung erlaubt, dass nicht alles ist, wie es scheint.

Unter dem Strich bleibt die Frage, ob in der Gesamtsicht – nach der Auflösung aller Zusammenhänge – eine spannende und/oder lehrreiche Lektüre hinter mir liegt.
Ich bin bzgl. dieser Bewertung ambivalent. Ich muss zugeben, dass ich während der überwiegenden Lesezeit eher wenig angetan und motiviert war.
Zwar gibt es im Nachhinein einen anderen Bewertungsmaßstab – aber für mich macht das allein dieses Buch nicht zu einer echten Empfehlung.
Natürlich lernt man etwas über das mögliche Erleben einer psychotischen Störung, natürlich gelingt es dem Autor, falsche Fährten zu legen.

Aber richtig überzeugt hat mich dieser Roman trotzdem nicht.
Vielleicht bin ich einfach nicht der richtige Thriller-Leser…

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