„Rettet die Wahrheit“ von Claus KLEBER

Ich mag das heute-journal und ich mag dort besonders Claus KLEBER.
Ich fühle mich durch diese Sendung durchweg erstklassig und niveauvoll informiert und sehe mich immer wieder in dem Eindruck bestätigt, dass dafür eine besonders engagierte journalistische Haltung der Macher verantwortlich ist.
Auf diesem Hintergrund hat mir ein aufmerksamer Mensch dieses Büchlein geschenkt und damit für meine positive Einstellung die perfekte Untermauerung geschaffen.

Claus KLEBER schafft es auf knapp 100 Taschenbuchseiten, nicht nur einen Einblick in den spannenden Arbeitsalltag der Redaktion zu vermitteln, sondern ein leidenschaftliches Plädoyer für unabhängigen und aufklärerischen Journalismus und die öffentlich-rechtliche Medienlandschaft insgesamt zu liefern.

Natürlich wäre KLEBER nicht KLEBER, wenn er das ohne Bezug zu den aktuellen gesellschaftlichen, politischen und medialen Herausforderungen tun würde. Es geht daher zwangsläufig um Trump, um fake-news, um die sozialen Netzwerke und den Einfluss von Macht und Geld auf die Meinungsbildung.
Facebook und Co werden dabei nicht verteufelt – aber auch an deren Beispiel wird überzeugend deutlich gemacht, wie unverzichtbar ein unabhängiger, nur den eigenen Maßstäben verpflichteter Qualitätsjournalismus für eine demokratiekonforme Informationsvermittlung ist.

Zugegebenerweise sind die medien- und gremienpolitischen Feinheiten um die umstritterne Wiederbesetzung des ZDF-Chefredakteur-Posten im Jahre 2009 nicht für jeden Leser ein spannender Stoff. KLEBER macht diesen etwas trockenen Exkurs, um zu demonstrieren, dass zwar auch Deutschland nicht frei von Versuchen politischer Einflussnahme auf öffentliche Medien ist – letztlich aber die Sicherungen und Kontrollen zuverlässig funktioniert haben.
Er macht glaubhaft, dass es in seinem gesamten Berufsleben keinen Versuch gegeben hat, seine journalistische Freiheit einzuschränken oder auch nur zu lenken.

Diese Form von gelebter Pressefreiheit mag uns demokratie- und rechtsstaatverwöhnten Deutschen wie eine pure Selbstverständlichkeit vorkommen, ist aber tatsächlich auf diesem Planeten eine seltene Ausnahmeerscheinung. Wer glaubt, seine Nachrichten genausogut von einem kontrollierten Staatsfernsehen oder von einem ideologisch verpeilten Medienzaren beziehen zu können, sollte vielleicht mal in Russland, China oder in den USA in die Glotze gucken. Und wer ernsthaft meint, dass facebook und twitter einen seriösen und professionellen Journalismus überflüssig machen würde, der spielt mit den Grundlagen unserer Demokratie.

Vielleicht hilft ja ein Blick in dieses kleine Büchlein – nach einer ca. zweistündigen Lesezeit ist man vielleicht überzeugt.

Ich jedenfalls halte unsere öffentlich-rechtlichen Medien für eine große Errungenschaft, die man gegen Zweifel und Angriffe verteidigen sollte.
Genau dies gelingt KLEBER in diesem Buch.

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