GroKo 2018

Jetzt ist es also soweit: Jeder kann aus vollem Herzen seine Enttäuschung und seinen Frust auskippen über die „doofen“ Politiker, die in der Sondierung mal wieder so ziemlich alles falsch gemacht haben. Natürlich bieten sich als Hauptopfer mal wieder die SPD und Martin Schulz an. Immer feste drauf…
Man kennt das jetzt schon seit vielen Monaten, eigentlich schon seit Jahren.

Obwohl ich einen nicht unbeträchtlichen Teil der Enttäuschung und Kritik teile (z.B. am verschobenen Kohleausstieg und an dem Ausbleiben eines höheren Spitzensteuersatzes), so kann ich doch all das aufgeregte Getöse nicht mehr gut ertragen.
Die Frage mag doch erlaubt sein: „Wer könnte es denn unter den gegebenen Umständen wirklich so viel besser?“ Muss man den Menschen, die sich da einsetzen, wirklich immer wieder zum Vorwurf machen, dass aufgrund der Machtverhältnisse bestimmte Sachen nicht durchsetzbar sind?
Wie oft will man Schulz noch seine Redeausschnitte vorspielen, in denen er die GroKo ausgeschlossen hat? Welche politische Erkenntnis ist damit verbunden?

Ich hoffe darauf, dass der nachhaltige Nutzen nicht in irgendwelchen Wahlgeschenken liegt, sondern in einer Stärkung Europas. Ich kann mir sowohl Gabriel als auch Schulz als Außenminister vorstellen.

Natürlich fehlen mir die grünen Themen – aber soll ich deshalb jetzt vier Jahre lang so tun, als wären wir mit dieser Regierung dem Untergang geweiht?
Mehr war unter diesen Umständen nicht drin. Wozu bitte jetzt noch die Regierungsbildung scheitern lassen – wie es die Jusos wollen. Mit welchem realistischen Ziel?

Vielleicht bin ich inzwischen – altersbedingt – zu pragmatisch.
Ihr könnt das gerne in euren Kommentaren zum Ausdruck bringen…

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