Das dritte Geschlecht

Das Bundesverfassungsgericht hat sich entschieden: Es muss demnächst die Möglichkeit geschaffen werden, sich neben „männlich“ und „weiblich“ einer dritten Kategorie zuordnen zu können. Damit soll den Interessen der Minderheit (ca. 80.000 bis 100.000 Menschen) entsprochen werden, die aus biologischen und psychischen Gründen eine solche Zuordnung als aufgezwungen und unstimmig erleben.

Mich irritiert das – nicht weil ich diese Minderheit diskriminieren möchte oder an ihrem Anliegen zweifle. Mich irritiert das, weil ich mit den Maßstäben durcheinander komme.

Dient es wirklich einer Gesellschaft, die sich zu ca. 99,9% mit der bisherigen Einteilung arrangieren könnte, wenn aus dem Motiv des Minderheitenschutzes eine neue gesellschaftliche Realität gezimmert wird?  Mit allen juristischen und verwaltungsmäßigen Konsequenzen? In deutscher Gründlichkeit?

Könnte es nicht auch zu den unvermeidbaren Lebensrisiken gehören, wenn seltene Besonderheiten und Abweichungen als – für den Einzelfall nicht optimal geregelte – „Sonderfälle“ behandelt werden, ohne dass gleich aus der Ausnahme eine für die ganze Gesellschaft sichtbare und für die meisten nur schwer nachvollziehbare gesetzliche Neudefinition entsteht?

Wie weit muss die Mehrheit sich an den Minderheiten ausrichten? Brauchen wir für alles eine hochoffizielle Regelung? Fühlt sich die Mehrheitsgesellschaft vielleicht immer fremder und unverstandener, weil man ihr nach und nach alle als sicher geglaubten Selbstverständlichkeiten streitig macht?
Schaffen wir so nicht  – statt einer immer diskriminierungsfreieren Gesellschaft – eher neue AfD-Wähler?

Ich weiß – meine Überlegungen sind vermutlich nicht politisch korrekt.
Aber vielleicht ein bisschen vernünftig??

Eine Antwort auf „Das dritte Geschlecht“

  1. Ich habe gerade den gefühlt zwanzigsten Bericht in den Tagesthemen gesehen und ähnliche Gedanken gehabt. Danke , dass du mein Empfindungen in Worte gefasst hast. Ich glaube auch , dass es für die meisten Menschen schwer zu verstehen ist , wenn man von einem Dritten Geschlecht spricht. Die medizinischen Tatsachen mögen eindeutig sein , aber bitte , was ist nun das Dritte Geschlecht? Ich habe es noch nicht ganz verstanden. Wenn ich mich weder als Mann oder als Frau ( oder als Mischung beider Geschlechter) empfinde , was bin ich denn dann? Und muss es denn zwangsläufig eine Diskriminierung dieser Minderheit geben? Die Würde jedes Mensch sollte doch sowieso unantastbar sein , egal wie er aussieht und als was er/sie/? sich fühlt!

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