Gemeinwohl-Ökonomie

Bitte was?
Habe ich auch erst gedacht, als ich den Titel der letzten Sendung (07.07.2017) des „Philosophischen Radios“ auf WDR 5 gelesen habe.
(http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/index.html

Doch siehe da: Das Konzept hat mich sofort angesprochen und ist gerade dabei, in den Mittelpunkt meiner politischen Überzeugungen zu rücken.

Warum?
Die in diesem Denkansatz steckenden Ideen passen geradezu perfekt zu der Ratlosigkeit, die mich angesichts der dramatischen globalen Fehlentwicklungen, des gerade auf dem G20-Gipfel erlebten Irrsinns und der Mut- und Ideenlosigkeit der meisten politischen Parteien befallen hat.
Wo bitte – so habe ich mich gefragt – ist das überzeugende Gegenmodell zu der zukunftslosen kapitalistischen Wachstumsideologie? Woher könnte in dieser verfahrenen Lage, in der man auch auf der linken politischen Seite kaum innovative Konzepte findet, so etwas wie eine „realistische Utopie“ kommen?

  • Eine Antwort gibt die Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie.

Das Gute dabei ist: Wir brauchen keine Revolution, wir brauchen kein von Grund auf verändertes Gesellschaftssystem. Was wir – nach dieser Idee – brauchen ist „nur“ eine Einigung darauf, dass der Erfolg und die materiellen Ergebnisse eines wirtschaftlichen Handelns zukünftig danach bemessen werden soll, in welchem Umfang damit die als „Gemeinwohl“ definierten Ziele erreicht wurde. Es ginge dann also nicht – wie bisher – darum, wer ein Produkt zu dem günstigsten Preis anbietet; es würde statt dessen berücksichtigt, unter welchen (sozialen und ökologischen) Bedingungen dieses Produkt erzeugt wurde, wie viele Ressourcen dabei verbraucht wurden und welche Gemeinwohl-Bedürfnisse damit befriedigt würden. Die Einmischung in den „freien“ Markt würde nicht über Verbote und Kontrolle erfolgen, sondern durch wirtschaftliche Anreize bzw. Auflagen.
Ein kleines Beispiel: Es gibt bereits woanders erste Regelungen, die solche Unternehmen mit einer zusätzlichen Steuer belegen, in denen das Verhältnis zwischen dem niedrigsten und höchsten Einkommen besonders extrem hoch ist.

Okay! Es gibt tausend Fragen und Einwände – ich weiß!
Es geht um das Überwinden von Denkblockaden. Es geht darum, sich nicht weiter vermeintlichen Naturgesetzen der momentanen wirtschaftlichen Weltordnung auszuliefern – weil diese einfach unverantwortliche und z.T. perverse Ergebnisse liefert.
Was wäre wirklich verkehrt daran, wenn eine Gesellschaft die Anreize so definieren würde, dass diese mit den eigenen ethischen Zielen und den ökologischen Notwendigkeiten übereinstimmen?
Das alles wird nicht kurzfristig umsetzbar sein. Es geht um den Denkanstoß!
Ich hoffe und denke, dass wir von diesem Ansatz in den nächsten Jahren noch hören werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinwohl-%C3%96konomie

http://www.christian-felber.at/schaetze/gemeinwohl.pdf

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